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Halb 12
Halb 12 | Halb 12 |
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Hier - ein sinn-voller Text zum letzten halb 12 Gottesdienst.... Wir leben, analysiert der Theologe Fulbert Steffensky, in einer Gesellschaft, in der die Apparate stark, aber die Weisheit schwach ausgeprägt ist. Es herrscht deshalb eine Dummheit auf hohem Niveau, weil das Wissen, das wir anhäufen, nicht von ethischer Kraft flankiert wird. Dahinter steckt, dass wir das Bewusstsein der Sterblichkeit und der Endlichkeit verloren haben. Wir leben in einer Gesellschaft der Sieger, der Könner, der Schönen, der Macher – in der Niederlagen nicht vorgesehen sind. Die Folge: Kranke, Alte, Sterbende… geraten ins Abseits, sie verkörpern die Niederlage, das Gegenteil der Siegergesellschaft. Denn es geht in dieser Gesellschaft nicht um sinnvolles Handeln, sondern um Rentabilität und Gewinnmaximierung. Dabei gehen die passiven Seiten des Menschen – Langsamkeit, Stillefähigkeit, Hörfähigkeit – verloren. Dem kann man nur auf eine Weise begegnen: Man muss sich verabschieden vom Zwang zu schaffen. Abhilfe schafft allein der Glauben, Gott, die Gnade: indem man sich befreit vom Zwang, sein eigener Konstrukteur zu sein.
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